Jeder Garten ist ein Stück
uns anvertrautes Paradies …

Der Rosengarten, der jeden Ankommenden als erstes empfängt, wurde von Stiftungsgründerin Ingrid v. Krosigk entworfen und mit Unterstützung von Heinrich-D. Funke und vielen fleißigen Händen angelegt, unter anderem pflanzte Dr. Reinhard Höppner, damaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt,  das zentrale rote Rosenbäumchen, seine damalige Ministerin für Soziales,  Frau Dr. Gerlinde Kuppe, das weiße.

Professor Kircher mit einer Studiengruppe von der Hochschule Anhalt in Bernburg- Strenzfeld pflanzte die Feigenbäume rechts und links vom Herbergseingang. Er legte die Staudenbeete im Innenhof an und die Bepflanzung an der Nordseite der Stiftsbauhütte. Herr Dr. Pittner (+) aus Neugattersleben brachte uns das erste Pfingstrosenbäumchen und die chinesische Pfingstrose, die uns stets an ihn erinnert. Das Ehepaar Schröter aus Könnern stiftete uns weitere Pfingstrosenbäumchen, dazu die wunderschönen weißen Pfingstrosen. Aus dem Dorf erhielten wir Schwert- und Tageslilien, Dahlien und viele andere Pflanzen und Kräuter. Seit der Hochzeit von Friederike und Hubertus von Krosigk wachsen zwei Gingkobäume im Schlossgarten.

Der Garten versorgt das Schloss Restaurant mit frischen Kräutern. Im Jahresverlauf pflücken wir Lindenblüten, Holunderblüten, Ringelblumenblüten, Apfelminze, Zitronenmelisse und Lavendel für unseren „Schlosskräutertee“.

Wir lieben unseren Garten, der uns in das Land einbettet und uns im Kreis der Jahreszeiten an seiner Schönheit teilhaben lässt und freuen uns stets über lustwandelnde Besucher in seinen öffentlichen Bereichen.

 

Schloss Hohenerxleben , Friedensallee 27 , 39443 Staßfurt OT Hohenerxleben, Sachsen – Anhalt

Die Blume
 
Die Blume, sie strahlt,
sie blüht wunderschön.
Die Blume, sie lebt,
sie spricht.
Hör gut zu.
Die Blume, sie sagt dir viel.
 
Mona Vongries
Erdenreich
 
Du blühst, ja sie blüht,
meine Seelenblume:
wiedergefunden, neu entdeckt, genesen, verehrt.
Ein dicker Stamm der Pflanze Stiel,
ein dicker dicker grüner Strunk,
der unversehrt die Knospe
ganz nach oben schiebt
ans Licht, und Ängsten wehrt.
Wie eine stolze Krone auf dem Kopf,
machtvoll und wild die üppig rote Blüte.
Da ist die Frau, die so vertrauensvoll
Zwischen grünen Blättern ruhte
und gerade jetzt erwacht.
Kleine Kinder träumen mild
in dem warmen Erdenreich.
Wohlig wonnig ist ihr Schlaf
und sie fügen sich, – gestillt.
Blaue Lüfte, blaue Träume,
säume nur nicht, nur nicht säume,
pflück das Leben jetzt in Fülle
seiner ganzen Schönheit reich!
Wege wollen sich entschlingen,
werde weich und gib dich weich …
 
Judith Kruder
Der Wintergarten
 

Den Wintergarten sieht man nicht,
weil die Blumen unter der Erde sind.
Aber trotzdem gibt es ihn.
Die Blumen ziehen sich in die Erde zurück
und blühen dort weiter.

Mona Vongries

 

Am schönsten Platz der Welt zum Abend
 
Gräser, ganz nah, darin ein bunter Falter
hängt, Grillenzirpen – Zikadenrasseln, es
summt.
Die Sonne wohnt in allem… – ein Käfer setzt
sich auf meine Stirn, Schwär me von vielen vielen
Mücken quirlen in der Luft. Die Sonne sinkt
behäbig auf ein goldenes Staßfurt. Die Türme
pieken silbern in die Luft. Die Bäume sind wie
dunkle Brüssler Spitzen, sie säumen Raum und
Licht und Zeit.
Und links die kühle graue Festung, von uns
jetzt Schloss genannt. Wohin die Engel
schauen? Zum Wartberg der rechte, nach
Bernburg der linke und zwischen sich das neue
Blau – wenn man ins Fenster sieht.
 
Und du, wo schaust du hin?
Ins Land, ins weite Sachsen-Anhalt-Land,
ins Blau.
 
Nikoline F. Kruse